Samstag, 28. Februar 2015,
20 Uhr
Museum für Kunst und Geschichte
MAHF, Freiburg
Francesco Tristano, Piano & Electronics
Programm:
- Francesco Tristano: Hello
- Girolamo Frescobaldi: Toccata IV - Toccata XI - Toccata VIII, Zweites
Buch
- Johann Sebastian Bach: Französische Suite Nr 2, c-moll BWV 813
- Francesco Tristano: Nach Wasser Noch Erde
- Francesco Tristano: Eastern Market
- John Cage: In a landscape
- Francesco Tristano: dminorloop
Dass ein junger Musiker und Komponist gleichzeitig sowohl in der
Clubszene als auch in klassischen Konzerthäusern für Aufregung sorgt,
dürfte weltweit ein Novum sein. Ebenso neu ist es, dass Puristen aus
dem Klassik- und dem Techno-Lager sich einig sind. Einig in ihrer
Irritation über jemanden, der sich nicht an die Regeln hält. Francesco
Tristano ist Irritation gewohnt. Wenn er mit seinem Trio Aufgang im
Club Techno nach Noten spielt, dann ist das Publikum zunächst
verunsichert. Irritiert sein mag auch der erfahrene Konzertbesucher und
Klassikliebhaber, der zum ersten Mal erlebt, wie ein Pianist eine
Eigenkomposition in ein Stück von Frescobaldi übergehen lässt. So als
wäre er ein DJ.
Die Unerschrockenheit, mit der der 33jährige Francesco Tristano Epochen
und Stilistiken kombiniert und mitunter auch kollidieren lässt, mag auf
Unverständnis stoßen. Wobei der gebürtige Luxemburger kein Provokateur
im eigentlichen Sinn ist. Alles, was er tut, ist Ausdruck einer
Offenheit, die keine Grenzen, keine Einengung duldet. Von Generationen
klassischer Pianisten geprägte interpretatorische Konventionen –
Tristano weiß um sie, aber er ignoriert sie. Sein künstlerisches
Selbstverständnis fragt nicht nach Legitimierung. Wenn er etwa mit
seinem dynamischen Spiel gefühlvoll in eigentlich strenger Barockmusik
schwelgt, dann ist er radikal. Radikalität aber ist bei ihm kein
Selbstzweck.
Tristanos Talent steht außer Frage. Seine Technik ist überragend, sein
Spiel ist virtuos, seine Interpretationen sind mutig und
unkonventionell. Niemals aber geriert er sich als reiner Klangstürmer.
Seine Repertoirekenntnis in Barock, Klassik, Neuer Musik, Jazz oder
Clubmusik korrespondiert mit seiner Erfahrung und seinen spielerischen
Fähigkeiten. Tristanos Tun ist stets reflektiert und zeugt vom
respektvollen Umgang mit Musik. Wobei der Pianist die Existenz
stilistischer Grenzen schlicht leugnet.
Francesco Tristano beginnt im Alter von fünf Jahren Klavier zu spielen.
Mit 13 gibt er sein erstes Konzert mit eigenen Kompositionen. Später
spielt er Tourneen als Solist oder mit hochkarätigen Orchestern, etwa
dem Russischen Nationalorchester, dem Sinfonieorchester Basel oder dem
Luxemburger Philharmonieorchester. In der Spielzeit 2010/11 ist
Tristano Artist in Residence bei den Hamburger Sinfonikern und
kooperiert dabei unter anderem mit Carl Craig, einem der Protagonisten
der Detroit Techno Szene in zweiter Generation. Außerdem gründet
Tristano das Kammerensemble The New Bach Players, mit dem er auch als
Dirigent auftritt. Mit dem Einsatz eines modernen Flügels und alter,
vibratoloser Bögen auf wiederum modernen Streichinstrumenten bricht
diese Formation bewusst mit den Konventionen der historischen
Aufführungspraxis.
An der Juilliard School in New York absolviert Tristano als einer der
letzten Studenten eine Masterclass bei der Bach-Legende Rosalyn Tureck.
Er durchläuft die Konservatorien in Brüssel, Riga, Paris und Luxemburg,
sowie die Musikhochschule Kataloniens. 2004 gewinnt er den renommierten
internationalen Pianistenpreis für zeitgenössische Musik im
französischen Orléans. Bislang hat er 13 Alben veröffentlicht, darunter
von der Kritik hoch gelobte und mit diversen Auszeichnungen bedachte
Einspielungen von Bachs Goldberg-Variationen sowie des pianistischen
Gesamtwerks Luciano Berios. 2007 erscheint das Album Not for Piano, auf
dem er mittels stilistischer Anleihen bei Klassik und Minimal Music
eigene Versionen von Techno-Klassikern für Piano solo präsentiert. 2011
präsentiert er sein Debut beim Traditionslabel Deutsche Grammophon mit
einem Programm kombiniert aus Musik von Johann Sebastian Bach und John
Cage. Darauf folgt in 2012 eine weitere DG Veröffentlichung, die den
Titel „Long Walk“ trägt und die Komponisten Johann Sebastian Bach und
Dietrich Buxtehude gegenüberstellt. In beiden Einspielungen werden die
Thematiken durch Tristanos Eigenkompositionen aufgegriffen und ergänzt.
Mit seinem aktuellen Projekt widmet er sich zusammen mit der Pianistin
Alice Sara Ott, Kompositionen die zu ihrer Zeit stark provozierten, das
Publikum empörten – heute sind sie hochaktuell und wie gewohnt wird die
Einspielung mit einem Tristano-Brückenschlag ins 21 Jahrhundert
befördert: „A Soft Shell Groove“ heißt seine neuste Komposition, die
das Album „Scandale“, das im September 2014 bei der Deutschen
Grammophon veröffentlich wird, anführt.
In der Saison 2014/15 wird er unter anderem bei dem Klavierfestival
Ruhr, im Festspielhaus Baden-Baden, in der Berliner Philharmonie und
bei den Köthener Bachfesttagen zu Gast sein und wird mit hochkarätigen
Ensembles wie dem Kölner Kammerorchester und den Münchener Sinfonikern
konzertieren.
Die Unerschrockenheit, mit der der 33jährige Francesco Tristano Epochen
und Stilistiken kombiniert und mitunter auch kollidieren lässt, mag auf
Unverständnis stoßen. Wobei der gebürtige Luxemburger kein Provokateur
im eigentlichen Sinn ist. Alles, was er tut, ist Ausdruck einer
Offenheit, die keine Grenzen, keine Einengung duldet. Von Generationen
klassischer Pianisten geprägte interpretatorische Konventionen –
Tristano weiß um sie, aber er ignoriert sie. Sein künstlerisches
Selbstverständnis fragt nicht nach Legitimierung. Wenn er etwa mit
seinem dynamischen Spiel gefühlvoll in eigentlich strenger Barockmusik
schwelgt, dann ist er radikal. Radikalität aber ist bei ihm kein
Selbstzweck.
Tristanos Talent steht außer Frage. Seine Technik ist überragend, sein
Spiel ist virtuos, seine Interpretationen sind mutig und
unkonventionell. Niemals aber geriert er sich als reiner Klangstürmer.
Seine Repertoirekenntnis in Barock, Klassik, Neuer Musik, Jazz oder
Clubmusik korrespondiert mit seiner Erfahrung und seinen spielerischen
Fähigkeiten. Tristanos Tun ist stets reflektiert und zeugt vom
respektvollen Umgang mit Musik. Wobei der Pianist die Existenz
stilistischer Grenzen schlicht leugnet.
Francesco Tristano beginnt im Alter von fünf Jahren Klavier zu spielen.
Mit 13 gibt er sein erstes Konzert mit eigenen Kompositionen. Später
spielt er Tourneen als Solist oder mit hochkarätigen Orchestern, etwa
dem Russischen Nationalorchester, dem Sinfonieorchester Basel oder dem
Luxemburger Philharmonieorchester. In der Spielzeit 2010/11 ist
Tristano Artist in Residence bei den Hamburger Sinfonikern und
kooperiert dabei unter anderem mit Carl Craig, einem der Protagonisten
der Detroit Techno Szene in zweiter Generation. Außerdem gründet
Tristano das Kammerensemble The New Bach Players, mit dem er auch als
Dirigent auftritt. Mit dem Einsatz eines modernen Flügels und alter,
vibratoloser Bögen auf wiederum modernen Streichinstrumenten bricht
diese Formation bewusst mit den Konventionen der historischen
Aufführungspraxis.
An der Juilliard School in New York absolviert Tristano als einer der
letzten Studenten eine Masterclass bei der Bach-Legende Rosalyn Tureck.
Er durchläuft die Konservatorien in Brüssel, Riga, Paris und Luxemburg,
sowie die Musikhochschule Kataloniens. 2004 gewinnt er den renommierten
internationalen Pianistenpreis für zeitgenössische Musik im
französischen Orléans. Bislang hat er 13 Alben veröffentlicht, darunter
von der Kritik hoch gelobte und mit diversen Auszeichnungen bedachte
Einspielungen von Bachs Goldberg-Variationen sowie des pianistischen
Gesamtwerks Luciano Berios. 2007 erscheint das Album Not for Piano, auf
dem er mittels stilistischer Anleihen bei Klassik und Minimal Music
eigene Versionen von Techno-Klassikern für Piano solo präsentiert. 2011
präsentiert er sein Debut beim Traditionslabel Deutsche Grammophon mit
einem Programm kombiniert aus Musik von Johann Sebastian Bach und John
Cage. Darauf folgt in 2012 eine weitere DG Veröffentlichung, die den
Titel „Long Walk“ trägt und die Komponisten Johann Sebastian Bach und
Dietrich Buxtehude gegenüberstellt. In beiden Einspielungen werden die
Thematiken durch Tristanos Eigenkompositionen aufgegriffen und ergänzt.
Mit seinem aktuellen Projekt widmet er sich zusammen mit der Pianistin
Alice Sara Ott, Kompositionen die zu ihrer Zeit stark provozierten, das
Publikum empörten – heute sind sie hochaktuell und wie gewohnt wird die
Einspielung mit einem Tristano-Brückenschlag ins 21 Jahrhundert
befördert: „A Soft Shell Groove“ heißt seine neuste Komposition, die
das Album „Scandale“, das im September 2014 bei der Deutschen
Grammophon veröffentlich wird, anführt.
In der Saison 2014/15 wird er unter anderem bei dem Klavierfestival
Ruhr, im Festspielhaus Baden-Baden, in der Berliner Philharmonie und
bei den Köthener Bachfesttagen zu Gast sein und wird mit hochkarätigen
Ensembles wie dem Kölner Kammerorchester und den Münchener Sinfonikern
konzertieren.
Preise:
CHF 40.-
Studierende / KulturLegi: CHF 20.00