Keller Quartett

András Keller, Violine
János Pilz, Violine
Zoltán Gál, Viola
Judit Szabó, Violoncello

Gegründet 1987 am Liszt Konservatorium in Budapest, gelang dem Keller Quartett bereits 1990 der internationale Durchbruch, als es sowohl beim Evian Wettbewerb als auch beim Borciani Wettbewerb alle Preise und Sonderpreise gewann.

Obschon jedes der Mitglieder sein Solistenstudium abschloss, räumten sie dem Streichquartett Priorität ein. Gleich drei der berühmtesten Professoren des Liszt Konservatoriums nahmen sich der jungen Musiker zu Beginn ihrer Karriere an und zählen bis heute zu deren Mentoren: Sandór Devich, András Mihály und György Kurtág, der auch für das Quartett komponiert.

Das Keller Quartett zeichnet sich besonders durch seine musikalische Neugier aus: Neugier auf Begegnungen mit Musikern und Komponisten aller Richtungen, Neugier auf unbekannte Werke und auf Programmformen, die mit ungewöhnlichen Verbindungen neue Dramaturgien entwickeln. Beispielhaft dafür ist das Bach- Kurtág-Programm, in welchem Teile der ‹Kunst der Fuge› von Bach mit den Werken von György Kurtág verflochten sind oder die Aufführung der Komposition ‹Zwiegespräch› für Streichquartett und Syntheziser von Kurtág Vater und Sohn bei den Klangwochen Wien und im Concertgebouw Amsterdam. Auf der Suche nach Verbindungen zwischen Altem und Neuem entstand gemeinsam mit dem Komponisten Jörg Widmann ein Programmkonzept: Widmann komponierte sein zweites Streichquartett ‹Choralquartett› in Bezug auf Josef Haydns ‹Sieben Letzte Worte des Erlösers am Kreuze›. In der Aufführung werden diese Werke miteinander verflochten, Widmanns Quartett an zwei Stellen zwischen den Haydn-Sätzen gespielt. Das Keller Quartett brachte dieses Programm bei den ‹Sommerlichen Musiktagen Hitzacker› im Juli 2003 zur Uraufführung und spielte es mehrfach in Deutschland und Europa. Das Keller Quartett gestaltet häufig Programme internationaler Kammermusik-Wochenenden und Kurzfestivals, zu denen es auch seine musikalischen Partner, darunter Miklós Perényi, Chen Halevi, Alexej Lubimov und Ewa Kupiec regelmäßig einlädt.

Internationales Kritikerlob erhielt das Keller Quartett für die bei Erato erschienene Gesamtaufnahme der Bartók Quartette, die seinerzeit viel Aufsehen erregte. Seit längerem ist das Quartett dem Label ECM verbunden, für das sie die ‹Kunst der Fuge› von Bach und sämtliche Werke für Streichquartett von Kurtág aufnahmen. Im Jahr 2003 erschien eine CD mit dem Klavierquintett von Alfred Schnittke (mit Alexej Lubimov) und Schostakowitschs letztem Streichquartett. Ebenfalls bei ECM veröffentlichten die beiden Geiger des Quartetts ihre Einspielung aller Bartók-Duos. Ende des Jahres 2004 ist bei EuroArts eine DVD mit dem Bach- Kurtág-Programm erschienen.

Im März 2005 trat das Quartett in der Carnegie Hall in New York auf. Im Juli 2006 war es zu einer zweiwöchigen Residenz mit Master-Kursen und Konzerten beim Norfolk Chamber Music Festival der Yale University zu Gast. Im Jahr 2007 feiert das Keller Quartett sein 20 jähriges Bestehen. Die Saison 2006/2007 führt das Quartett unter anderem in die Londoner Wigmore Hall, die Essener und Berliner Philharmonien, aber auch nach Mailand, Hamburg und Brüssel. Die Instrumente des Keller Quartetts fertigte der Bonner Geigenbauer Peter Greiner 2000.